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Das Eidgenössische Schützenfest für Jugendliche ist einmalig
Die Ostschweiz organisiert am letzten Juni- und am ersten Juli-Wochenende ein Eidgenössisches Schützenfest für Jugendliche. Für diesen Grossanlass benötigt man viele Helfer vor Ort und hat schon ein enormes Pensum an Vorarbeit geleistet. Nun, zweieinhalb Monate vorher stellt sich die Frage: Ist man auf Kurs? Dazu gibt Manfred Koller Auskunft.

Manfred Koller, Sie sind OK-Präsident des grössten Nachwuchs-Schiesswettkampfes dieses Jahres. In gut elf Wochen wird der Anlass stattfinden. Sind Sie und Ihre Helfer auf Kurs? 
Manfred Koller: Wir sind fast auf Kurs. Aber es ist so, dass kurz vor Beginn eines Festes die Detailarbeiten doch noch sehr intensiv werden. Bei der Zusage von Helfern sind wir leider noch nicht auf Kurs. Da haben wir erst etwa die Hälfte derer, die wir benötigen. Wir müssen die Werbetrommel nochmals intensiv rühren und das möchte ich hiermit auch machen. Wer ein wenig Zeit hat und etwas für den Nachwuchs tun möchte, soll sich doch bitte als Helfer bei uns melden.  (Link zur Helfer-Anmeldung)

Ein solches Fest, das von einer ganzen Region organisiert wird, gibt sicher viel Arbeit im Vorfeld. Wann begannen die Vorbereitungen und wie werden Sie unterstützt?
Manfred Koller: Der Startschuss war am 16. Dezember 2016. An diesem Tag hat die PK SSV uns die Zusage gegeben, dass wir das Eidgenössische Schützenfest für Jugendliche durchführen dürfen. Wir, der Verein Ostschweizer Nachwuchschefs, sind ein eigenständiger Verein, der keinem Kantonalverband angeschlossen ist.

Wie ist der Stand der Anmeldungen?
Manfred Koller: Bis heute haben sich 1600 Schützen angemeldet und es werden jeden Tag ein bisschen mehr.

Sind Sie damit bereits zufrieden oder dürften es noch etwas mehr Teilnehmer sein?
Manfred Koller: Wir haben unser Ziel sicher noch nicht erreicht. Aber man muss bedenken, dass im 300m Bereich die Kurse erst kürzlich begonnen haben. Ein bisschen enttäuscht bin ich, dass bei den Kurzdistanzen die Anmeldungen bisher sehr mager ausgefallen sind.

Auf wie vielen Schiessständen und wo wird der Wettkampf ausgetragen?
Manfred Koller: Der Hauptschiessplatz ist das Schollenholz in Frauenfeld, wo auf allen Distanzen geschossen werden kann. Im 300m Bereich konnten wir auch die Schiessplätze Thundorf, Matzingen und Gachnang für uns gewinnen. Im 50m Bereich steht auch Dettighofen zur Verfügung. Das heisst, dass insgesamt 102 Scheiben zur Verfügung stehen. Und sollten die Anmeldungen höher ausfallen als erwartet, hätten wir noch eine weitere Anlage im Köcher.

Nicht alle Schiessstände sind gleich. Bezüglich der Windverhältnisse oder des Sonnenstandes gibt es Unterschiede. Was wird etwas unternommen, um allen Wettkämpfern dieselben Chancen zu bieten?
Manfred Koller: Es wird auf jedem Stand das bestmögliche gemacht für faire Wettkämpfe. Schlussendlich gehört nebst der idealen Form der Wettkämpfer aber auch immer ein Quäntchen Glück dazu.

Kann hier jeder Jugendliche teilnehmen oder muss man sich dafür qualifizieren?
Manfred Koller: Nein, es gibt keine Qualifikation. Eine gültige Lizenz reicht.

Wie alt sind die Teilnehmer?
Manfred Koller: Im Bereich Gewehr 300m und Pistole 25m sind sie zwischen zehn und 20 Jahren, bei den anderen dürfen bereits Kinder ab 8 Jahren teilnehmen.

Warum würden Sie die Teilnahme an diesem Anlass den Jugendlichen empfehlen?
Manfred Koller:  Weil es nicht nur ein Wettkampf ist, sondern auch ein kameradschaftlicher Anlass. Und dies jeder Jugendliche nur einmal in seinem Leben erleben kann. Und nicht zu vergessen, dass bei jeder Distanz fünf verschiedene Stiche angeboten werden.

Kehren die Jugendlichen noch am selben Tag nach Hause zurück oder wird ihnen auch abends ein Programm geboten?
Manfred Koller: Nein, am Abend geht Im Festzentrum Galgenholz in Frauenfeld die Party ab. Gemeinsam kann Live-Musik erlebt werden. Am Freitag, 28 Juni wird die Random-Partyband auftreten und am Samstag, 29 Juni die Berner Mundart-Gruppe «Halunke». Am zweiten Wochenende steht am Freitag die Cover-Partyband Top4Tea auf der Bühne, am Samstag sorgt die Gruppe QL für den richtigen Sound. Und wer möchte, hat die Möglichkeit schweizweite Kontakte zu knüpfen.

In diesem Fall benötigen Sie auch Übernachtungsmöglichkeiten, wie wurde dieses Unterfangen gelöst?
Manfred Koller: Jene Besucher, die mehr als einen Tag bei uns verweilen möchten, können entweder auf dem Zeltplatz beim Festgelände oder in einer Zivilschutzunterkunft nächtigen. Dafür bieten wir preisgünstige Packages an, die die entsprechende Schlafgelegenheit, sowie Nachtessen, Frühstück und Event-Eintritt inklusive einem alkoholfreien Getränk beinhalten.

Wie haben Sie die Verpflegung für so viele Menschen organisiert?
Manfred Koller: Auf dem Festgelände haben wir die Migros als Partner und auf den Schiessplätzen sind die zuständigen Vereine unsere Partner.

Am ersten Sonntag steht der offizielle Tag auf dem Programm, was muss man sich darunter vorstellen?
Manfred Koller: Es werden Gäste aus Politik und Armee erwartet. Und natürlich die Nachwuchsverantwortlichen aus allen Kantonen. Auch unseren Sponsoren werden wir zeigen, wie sich unsere Jugendlichen sportlich messen.

Am zweiten Sonntag dann der Schützenkönigsausstich. Wie viele neue Schützenkönige wird es nach diesem Tag geben?
Manfred Koller: Es werden 18 Titel an diesem Tag vergeben.

Wie sieht die finanzielle Situation aus? Konnten Sie genügend Sponsoren dafür begeistern?
Manfred Koller: Die Sponsorensuche ist in der heutigen Zeit keine einfache Sache mehr. Da möchte ich mich bei jenen recht herzlich bedanken, welche uns ihre Unterstützung bereits zugesagt haben. Und natürlich würde es mich sehr freuen, wenn jemand diese Zeilen liest und sich angesprochen fühlt, den sportlichen Anlass zu Gunsten unserer Jugend mit einem Betrag oder einer Gabe zu unterstützen. Ich freue mich über jedes Sponsoring.

Werden Sie auch vom Militär in irgendeiner Form unterstützt?
Manfred Koller: Ja, das Militär unterstützt uns beispielsweise beim Auf- und Abbau der Infrastruktur.

Was muss in den nächsten Wochen noch alles an die Hand genommen werden?
Manfred Koller: Vor allem müssen wir noch die Werbetrommel rühren für weitere Helfer sowie für noch mehr Teilnehmer an unserem Sportanlasses.

Welcher Bereich macht Ihnen noch Sorgen?
Manfred Koller: Eindeutig der Helferbereich. Aber auch das Finanzielle. Wir sind nicht gewinnorientiert, aber wir sind doch bestrebt, schwarze Zahlen zu schreiben.

Auf was freuen Sie sich am meisten?
Manfred Koller:  Dass wir ein unfallfreies Fest feiern und viele lachende Gesichter sehen können. Ich freue mich auf die glücklich funkelnden Augen der Jugendlichen, wenn sie ein Top-Resultat erzielt haben.

Was wünschen Sie sich für den Anlass selber?
Manfred Koller: Dass wir vom OK sagen können: „Es hat sich gelohnt, unsere Freizeit für die Jugend zu investieren“. Und dass vielleicht der eine oder andere einem auf die Schulter klopft und sagt: „Das habt ihr gut gemacht“. (schmunzelt)

 


Interview durch
Beatrice Bollhalder



Manfred Koller, OK-Präsident des ESFJ 2019 gibt Auskunft im Interview